Strick - Kunst von Waliki

WALIKI stellt hochwertigste Strickwaren aus reinem Alpaka- und Lamahaar in traditioneller Strick–Kunst her. Und obwohl ein solcher Pullover keiner weiteren Erklärung bedarf und für sich spricht, erreichen uns immer wieder Anfragen nach dem Material, der Herstellung und den Details in der Verarbeitung.

Deshalb haben wir hier die wichtigsten Qualitätsmerkmale für einen handgefertigten Pullover zusammengestellt.


Das Stricken

Heutzutage werden Strickwaren gewöhnlich aus maschinell gefertigten Bahnen ausgeschnitten und zusammengenäht. Diese Methode des “cut and sew“ ist gut zu erkennen an den mit einer Overlock – Nähmaschine umsäumten Seitennähten.
Die traditionelle “ fully fashioned “ Technik des Formstrickens dagegen bieten gegenüber dieser industriellen Methode augenfällige Vorteile: Vorderteil, Rücken, Ärmel, Bündchen und Kragen eines Pullovers werden einzeln mit geschlossenen Maschen an den Kanten gestrickt. In der Schulterpartie, beim Halsauschnitt und im Armloch wird wie beim Stricken von Hand durch Mindern und Zugeben von Maschen die Form gebildet. Die dabei entstehenden “fashion marks” gelten unter Kennern als Zeichen hochwertiger Verarbeitung und Handwerkskunst. Ein guter Pullover sollte immer auf Form gestrickt sein – und selbstverständlich sind es alle Strickwaren, die WALIKI herstellt.

Innerhalb dieser Technik ist weiter zu unterscheiden, ob der Pullover von vornherein auf eine bestimmte Konfektionsgröße gestrickt wird, oder ob diese erst später beim ‘finishing’ maschinell per Dampf, Druck und Chemie entsteht. Selbstverständlich ist der erste Weg hochwertiger, da eine künstlich hergestellte Größe spätestens nach dem zehnten Waschen an Form einbüßt.
Da auf industriellen Strickmaschinen – auch auf solchen, die fully fashioned stricken - nur schwer jedes Mal die Größe verändert werden kann, liegt hier der einzigartige Vorteil des traditionellen Strickhandwerks: Beim Stricken mit Stricknadel oder auf einem Handstrickapparat wird bei jedem einzelnen Pullover vor Beginn der Arbeit die Größe festgelegt, die mit Hilfe einer Maschenprobe in die benötigte Anzahl von Maschen und Reihen umgerechnet wird. Auf diese Art und Weise wird jeder solcherart gestrickte Pullover ein exklusives Einzelstück. Dieser aufwendige Prozess bildet die Grundlage für die dauerhafte Qualität aller WALIKI – Strickwaren.

 


Das Bündchen:

Am Bündchen scheiden sich die Geister.
Der Hüftbund und die Armbündchen sind die Schwachstellen eines jeden Pullovers: sie leiern zuerst aus und erzeugen den bekannten “ Schlabberlook “. Dies hängt damit zusammen, daß sie elastisch sein müssen, um die Schultern und Hände passieren zu lassen.
Die beste Art, den Formverlust zu vermeiden, ist ein doppelt gestricktes Bündchen, bei dem Innen- und Außenseite nicht dieselbe sind. Doch hat dieses Bündchen den Nachteil, daß es weniger elastisch ist, und darum bei der ersten Anprobe häufig als zu eng empfunden wird. In der Tat findet das doppelte Bündchen seine endgültige Form erst nach dem zweiten oder dritten Tragen, dann aber bleibt es formbeständig.
Auf jeden Fall aber sollte ein Bündchen engmaschig gestrickt sein und fest anliegen. Ob es dann ein doppeltes oder einfaches ist, bleibt dem individuellen Geschmack überlassen.
Um den Konflikt der ersten Anprobe versus dauerhafter Elastizität zu vermeiden, bietet WALIKI alle Modelle sowohl mit Einfach- als auch mit Doppelbund an.

 

Das Ketteln:

Nach dem Form - Stricken werden die Einzelteile eines Pullovers zusammengesetzt. Dies geschieht entweder – wie oben beschrieben – per Nähmaschine oder durch das sehr viel aufwendigere Ketteln, das sich technisch beschreiben läßt als maschengerechtes Verbinden zweier Kanten. Die Naht trägt nicht auf und hat ein gleichmäßiges Aussehen. Das Ketteln ist ein arbeitsintensiver Produktionsschritt und daher Merkmal qualitativ hochwertiger Strickwaren.
Der hohe Aufwand des Kettelns lohnt sich: Es wird eine Formgebung und Elastizität erreicht, an die ein geschnittener Pullover nicht annähernd heranreichen kann. Es gibt keine starren, mit synthetischem Garn umstochenen Kanten und Nähte – die Maschenverknüpfung ist flexibel und gewährt Beweglichkeit der zusammengefügten Teile. Das Ketteln ist das augenfälligste Merkmal, das einen guten Pullover von einem schlechten unterscheidet: Auf links gedreht zeigt sich sofort die aufwendige Verarbeitung.
WALIKI-Strickwaren werden voll gekettelt, das bedeutet, daß sowohl Seitenteile und Arme, als auch die Armlöcher, Kragen und Knopfleisten per Ketteln miteinander verbunden werden. Damit ergibt sich an keiner Stelle des Gestricks eine Fremdnaht.

 

Die Endverarbeitung


Nach dem Zusammensetzen der Einzelteile schlägt gewöhnlich die Stunde der Mechaniker und Chemiker. Unter dem Sammelbegriff “Ausrüstung” ( oder auch “Appretur” oder “finishing” ) wird der Pullover so lange bearbeitet, bis er die gewünschte Größe, Optik, Farbe, Pflegemöglichkeit und auch den Griff bekommt. Dabei können neben Maschinen auch eine ganze Reihe von Chemikalien zum Einsatz kommen, die als “Textilhilfsmittel” beschrieben werden, und die leider nicht auf dem Etikett erwähnt werden müssen. Diese Mittel können die Struktur des Pullovers, ja sogar des Garns oder der Faser so sehr verändern, daß mancher Kunde erschrecken würde, könnte er seinen schönen Pullover vor dem finishing sehen.
Die eigentlichen Schritte der Endverarbeitung, das Vernähen der Bündchen, das Einnähen der Endfäden in die Seitennaht, das Anbringen der Knöpfe sowie das Büglen treten hier in den Hintergrund und werden maschinell erledigt.
Dabei sind gerade diese Details diejenigen, die einen wirkliche guten Pullover ausmachen. Wie bei der Maßschneiderei gilt hier die Faustregel: Je mehr Handarbeit und je weniger Chemie, umso besser. Die Erfahrung in unseren Werkstätten hat gezeigt, daß sich hochwertige Pullover, die fully fashiond auf Größe gestrickt werden, vollkommen ohne den Einsatz irgendeines “Textilhilfsmittels” verarbeiten lassen.

 

Ein paar weitere Merkmale guter Verarbeitung, die sich leicht erkennen lassen:

Bündchen:
Werden die Bündchen gekettelt oder maschinell vernäht, bleibt immer eine sichtbare Naht. Dies ist nicht der Fall bei handvernähten Bündchen, da hier per Hand die fehlende Masche nachgestrickt wird. Besonders beim Umschlag-Bündchen wird dieser Aufwand sofort positiv sichtbar.

Der Knoten:
Am Ende jeder Naht ( auch beim Ketteln ) muß diese verknotet werden. Geschieht dies von Hand ist der Knoten weder zu sehen noch zu erfühlen.

Musterfäden:
Bei einem mehrfarbigen Pullover geschieht der Farbwechsel gewöhlich an der Seitenkante. Damit der ausgewechselte Faden einer Farbe nicht aufribbelt, muß er in die Seitennaht eingearbeitet werden. Das geschieht entweder durch Vernähen mit der Nähmaschine – was einen manchmal fingerdicken Wulst ergibt und keine Haltbarkeit garantiert -, oder durch manulles Einfädeln in die gekettelte Naht. Dies ist gut zu erkennen, da der Faden wie gestrickt in der Seitennaht mitläuft.

Knöpfe:
Für maschinell angebrachte Knöpfe wird gewöhnlich ein Nähgarn benutzt, das nicht verknotet ist und sich darum früher oder später öffnet. Für Knöpfe, die per Hand angenäht werden, sollte dasselbe Strickgarn benutzt worden sein, aus dem auch der Pullover besteht. Dieses Garn wird verknotet, und der Knoten unsichtbar (und unfühlbar) in die Knopfleiste eingearbeitet.

 

Mehr Information zur handwerklichen Herstellung der WALIKI - Strick-Kunst, zum Alpakagarn und zum Sozialprojekt Waliki finden Sie auf unserer Info Website http://www.waliki.de